
Eine der schönsten Taxifahrten der Welt führt von der Innenstadt Istanbuls zum Flughafen entlang des Marmarameers. Man bricht auf und wird begleitet von Dickschiffen aller Nationen, die zwischen Mittelmeer und Schwarzem Meer verkehren. Das Ganze dann auch noch in der anbrechenden Dämmerung des 1. Januar bei leicht diesiger Luft – es war fast nicht auszuhalten, so schön.
Vor mir die Welt – und in mir kein Jubel, sondern große Melancholie. Ich hätte nicht gedacht, dass mir der Abschied so im Magen liegt. Dass der Alltag derartig klebrige Fäden zieht. Die letzten Wochen bin ich durch die Straßen gegangen, als sähe ich sie zum allerletzten Mal. Das Banalste wurde plötzlich kostbar, alles Alltägliche ein Genuss. Das Essener-Brot von Pitzschel: ein letztes Mal für ein Jahr. Mein Lieblingskäse. Meine Zeitung. Und natürlich und am schlimmsten: meine Freunde. Meine Familie. Meine Kollegen. Die sind alle noch da, wenn ich wiederkomme, natürlich, das weiß ich (und die Zeitung und das Brot auch), aber… Aber.
6 Kommentare » 1. Januar 2011
Bevor es richtig losgeht, möchte ich ein paar Leute vorstellen, die mich auf die Reise begleiten, ohne Hamburg zu verlassen.
Da wäre erst mal Katharina Hovman. Einige kennen sie ja schon von meinem letzten Projekt Das kleine Blaue: Katharina hat mir das Kleid entworfen, in dem ich ein Jahr lang gelebt habe. Dieses Mal hatte sie ein bisschen mehr zu tun. Der Auftrag: eine reduzierte Reisegarderobe, bei der alles miteinander kombinierbar ist und die so hart im Nehmen ist wie das kleine Blaue.
Basis ist eine weite Hose, ein Rock und eine Jacke aus derselben dunkelblauen Technofaser wie das kleine Blaue. Dazu kommen zwei langärmelige Hemden aus Technotaft, eins in Weiß, eins in Dunkelblau. Ein weiterer Rock aus petrolfarbenem Technotaft mit passender kurzärmeliger Bluse. Und ein petrolfarbenes Kleid, sozusagen die kleine leichtsinnige Schwester des kleinen Blauen.
Dazu kommen noch einige Tanktops und T-Shirts, ein Paar Jeans, zwei Tücher, eine Strickjacke und vier Paar Schuhe (Chucks, zwei Paar Ballerinas, Flip-Flops). Müsste reichen, oder?
Zweitens: Der derzeit wichtigste Mann in meinem Leben ist der fabelhafte Heinrich Voss.

Der betreibt in Hamburg-Eppendorf ein Reisebüro namens Reisefieber und wurde mir wärmstens von einem Kollegen ans Herz gelegt. Zu Recht, wie sich schnell herausstellte. Heinrich Voss ist mein Houston, meine Basisstation. Er schießt mich in die Umlaufbahn und rettet mich, wenn ich unterwegs entscheiden sollte, doch lieber den Merkur anfliegen zu wollen statt den Mond. Und selbst dann würde er immer noch eine wahnsinnig elegante und preiswerte Lösung mit einem Round-the-Universe-Ticket finden. Toller Typ!
4 Kommentare » 30. Dezember 2010
Morgen steige ich ins Flugzeug nach Istanbul, um dort mit Freunden Silvester zu feiern. Die stopfen mich dann am 1. Januar verkatert auf den Flug nach Sydney. Und dann… Dann mal sehen, ja? Freut mich, wenn wieder viele dabei sind bei meinem neuen Abenteuer. Es wird bestimmt lustig.
47 Kommentare » 28. Dezember 2010