Leib & Magen
Die Kamera hat auch mal Siesta (der Akku war alle), deshalb heute ein paar iPhone-Bilder, mit Hipstamatic aufgenommen. Wahnsinnig passend, denn diese Tapasbar ist very hipstamatic: Cova Fumada ist einer dieser Läden, an denen man vorbeigeht, wenn man nicht weiß, dass sie da sind. Kein Schild, keine Speisekarte, nichts. Man findet ihn höchstens anhand der Leute, die um die Mittagszeit vor der Tür lungern, um einen Platz an der Bar oder gar an einem Tisch zu ergattern. Wer eine realistische Chance haben möchte, kommt um 12.30 Uhr oder früher, sie machen um 9 Uhr morgens auf.
In der offenen Küche (die schon offen war, bevor man offene Küchen hatte), schnippelt und brutzelt die Familie, hin und wieder trägt eine der Töchter einen Teller mit gambas oder frischer botifarra (das kriegen wir später) aus dem Kühlschrank im Nebengebäude durch das Restaurant. Die Gäste: eine Mischung aus Straßenkehrern in hellgrünen Westen, Verkäufern vom gegenüberliegenden Markt von Barceloneta und Damen mit Goldtäschchen. Irgendwann tauchten ein Gitarrero und ein Sänger auf, ohne sonderlich zu stören. Zwei fetzige Lieder, Abgang. Zu essen bestellt haben wir: dickes geröstetes Brot mit Aioli, gebratene Artischocken, Miesmuscheln in Tomate, Sardinen, bacalao (Stockfisch. Hasse ich normalerweise, hier nicht), Kichererbsen mit Blutwurst, Zimt und Pinienkernen. Und eine bomba, die Erfindung des jüngst verstorbenen Altvorderen: eine Kartoffelkrokette mit Aioli und scharfer Sauce. Alles köstlich. Dazu Wein in kleinen Gläsern. Vielen kleinen Gläsern. Sehr vielen kleinen Gläsern.
La Cova Fumada, carrer Baluard 56, Montag bis Freitag 9 bis 15 Uhr, Donnerstag und Freitag auch 18 bis 20 Uhr. Ab 14.20 Uhr ist vorn geschlossen, dann kann man immer noch durch den Hintereingang rein und was zu essen kriegen. Wenn man nett fragt.
September 17th, 2011 at 13:18
love these small fmily-run places and remember them well. Enjoy…Like your instamatic photos…big hug, F
September 17th, 2011 at 13:25
Hipstamatic, Instagram & sonstige Effektkonsorten liegen mir so gar nicht, aber die Beschreibung der Tapasbar, ihrer Besucher und Betreiber klingt verlockend, lebendig – und höchst appetitanregend.
Sehr viele kleine Gläser Wein klingt sowohl nach Spaß als auch gefährlich, also nach “lamentatio felium” – trotz guter Tapasgrundlage…
September 17th, 2011 at 13:32
die iphone-bilder sind auch sehr schön!
guten appetit weiterhin!
September 17th, 2011 at 14:39
ich nehm die bomba & 1 kleines gläschen. erstmal!
September 17th, 2011 at 14:47
Seufz…das sieht gut aus.
September 17th, 2011 at 17:51
das erste bild ist klasse. hat wohl gemundet
September 17th, 2011 at 18:03
oha ! Das klingt wirklich gut !
Ich liebe diese Bars ohne große Ankündigung, wo einen das Leben so hinzieht, wenn man sich treiben läßt.
Romy
September 17th, 2011 at 21:12
ach wie schön @binewin: himmel über bärlin für ein ‘berlin-heiweh-ditti’ :]
ich gestehe, ich freu mich nicht bloss über meikes highlights – danke wieder mal! – sondern auch über die links der schreibenden.
‘vor mir die welt’ für mich, dank der einblicke, gedanken, bilder, eindrücke, ideen, hinweise…
einfach nur schön und herz-öffnend.
merci villmool!
September 18th, 2011 at 19:19
nichts gegen deine hightechcamera aber der fischteller ist ja geradezu ein kunstwerk.
September 19th, 2011 at 06:37
Beim ersten Bild habe ich einige Zeit und einen Kommentar gebraucht, um zu erkennen, dass es sich um eine Mahlzeit am Ende des Essens handelt. Da ich einen Aufenthalt in fremden Regionen (leider) nach Essen und Trinken bewerte, bekomme ich nun kräftiges Fernweh.
September 19th, 2011 at 12:48
das machen wir mal wieder
September 19th, 2011 at 14:31
Machen wir, Jochen! Danke für den schönen Lunch.
September 19th, 2011 at 21:25
Saluti di Catania! Auch enge Gassen und noisyNachbarn die beherzt singen was die Lunge hergiebt obwohl sie keinen Ton treffen… jedenfalls muss ich viel reisen und anstatt mich am Abend in Akten und Bücher zu vertiefen gehe ich seit einigen Monaten (dank Deiner Inspiration M’am) raus, setzte mich dickfellig alleine in Weinbars, fotografiere viel und freue mich. Manchmal etwas gewöhnungsbedürftig aber so viel mehr Erinnerungen fahren mit heim. ICH DANKE!
September 19th, 2011 at 21:28
PS Kann es sein, dass Frau im aussereuropäischen Raum eher Kontakte knüpft?